In dankbarer Erinnerung: Mit dem Verlust von Kolleg:innen umgehen

Der Verlust eines geliebten Menschen ist eine einschneidende Erfahrung. Man fühlt sich allein gelassen, es schmerzt zutiefst und es kostet viel Kraft, den Alltag zu bewältigen. Wir alle brauchen Zeit, um zu trauern und um das Erlebte zu verarbeiten. Wir alle brauchen dafür unterschiedlich viel Zeit. Aber was tun Organisationen, wenn sie eine:n liebe:n Kolleg:in, eine:n Freund:in verlieren – einen Menschen, den man jeden Tag gesehen hat und mit dem man gemeinsam gearbeitet hat? Wie kann eine Organisation sicherstellen, dass genügend Raum für den Trauerprozess bleibt und gleichzeitig das Tagesgeschäft weitergeführt wird?

In den vergangenen zwölf Monaten haben wir bei Ladenzeile zwei geschätzte Kolleg:innen verloren, die wir jeden Tag vermissen. Heute möchten wir mit euch teilen, was wir gelernt haben, als wir diese traurige Erfahrung machen mussten.

Autorin: Saskia Weigand, Director of People, Culture & Organization bei Ladenzeile

1. Transparente Kommunikation

Die Nachricht von einem Trauerfall kann sich über verschiedene Wege verbreiten, sei es durch nahestehende Mitarbeitende oder die Hinterbliebenen selbst. In dieser Phase ist es das Wichtigste, die Nachricht schnell im Unternehmen zu teilen. So sind alle informiert und es kann Unterstützung angeboten werden.

Bei Ladenzeile haben wir uns für ein außerordentliches All-Hands-Meeting entschieden. Hier haben wir die Nachricht mitgeteilt und allen Mitarbeitenden unsere Unterstützung angeboten. In einer Schweigeminute gaben wir allen Raum, die Information aufzunehmen und der Verstorbenen zu gedenken. Es kann nötig sein, den Mitarbeitenden an solch einem Tag Flexibilität zu gewähren. Es hängt natürlich von der Größe des Unternehmens und der Verbundenheit der Menschen untereinander ab, aber viele werden bewegt sein. Für einige ist es ein Schock. In diesen Fällen ist es oft nicht sinnvoll, den Arbeitsalltag wie gewohnt weiterzuführen.

2. Mitfühlende Unterstützung für Mitarbeitende

Wenn Menschen eine schwierige Zeit mit Verlust durchmachen, brauchen sie eine Möglichkeit, ihre Gefühle auszudrücken. Aber jede:r von uns geht unterschiedlich mit der eigenen Trauer um und verarbeitet sie anders. Daher ist es wichtig, viele Wege zur Unterstützung anzubieten.

Wir haben in unserem Büro eine Erinnerungswand eingerichtet. Hier konnten Mitarbeitende ihre Gedanken festhalten und Erinnerungen auf Karten schreiben, um so gemeinsam zu gedenken und zu trauern. Für die individuelle Betreuung sollten für alle im Unternehmen Ansprechpartner:innen zur Verfügung stehen. Dabei sind Vorgesetzte und die Personalabteilung ideal, wenn sie ein offenes Ohr für diejenigen haben, die ihre Gefühle teilen möchten. Jedoch fordert die Begleitung von Trauernden die meisten heraus: Es fällt uns oft schwer, mit Trauer und Tränen umzugehen. Begleitende brauchen einen Leitfaden, wie sie sich verhalten können. Für Mitarbeitende, denen es schwer fällt, innerhalb des Unternehmens über ihre Gefühle zu sprechen, kann ein:e externe:r Ansprechpartner:in angeboten werden. Auch Krisendienste sind hier eine gute erste Anlaufstelle.

3. Mitfühlende Unterstützung für die Hinterbliebenen

Als Unternehmen haben wir eine Verantwortung – nicht nur gegenüber unseren Mitarbeitenden, sondern auch gegenüber den Familien der Verstorbenen. Der Verlust eines Familienmitglieds ist nicht nur eine emotionale Herausforderung, sondern in vielen Fällen auch finanziell schwierig. Der Versuch, mit den Hinterbliebenen in Kontakt zu treten, ist eine gute Möglichkeit, der Familie gegenüber Unterstützung zu zeigen. So findet man heraus, welche Hilfe sie braucht und wünscht und kann dementsprechend handeln. In vielen Fällen wollen auch die Mitarbeitenden selbst beitragen: Für die Familie zu spenden, kann ihnen das Gefühl geben, etwas Nützliches zu tun. Es ermöglicht ihnen auch, ihre Wertschätzung für die:den Verstorbene:n zu zeigen. Als Unternehmen könnt ihr auch darüber informieren, wann die Beerdigung stattfindet – vorausgesetzt, die Familie ist damit einverstanden.

Wir haben den Angehörigen nach einigen Wochen die Erinnerungskarten geschickt. So konnten sie lesen, welche Erinnerungen es an ihren geliebten Menschen gibt.

Bei Ladenzeile haben wir uns dafür entschieden, unsere Verluste nicht nach außen zu kommunizieren – weder auf unserer Website noch in den sozialen Medien. Es erschien uns falsch, eine so erschütternde Nachricht der Außenwelt mitzuteilen. Die Entscheidung, mit wem und zu welchem Zeitpunkt die Hinterbliebenen bereit sind, dieses einschneidende Ereignis zu teilen, sollte allein ihre Entscheidung sein.

Wir hoffen, dass ihr nie in die Situation kommen werdet, unsere Erfahrung in diesem Bereich zu brauchen. Falls aber doch, hoffen wir, dass unsere Einblicke für euch hilfreich sind.

In Erinnerung an Britta und Sergio. Wir vermissen euch zutiefst.

Saskia Weigand, Director of People, Culture & Organization bei Ladenzeile

Über Saskia

Saskia ist bei uns als Director of People, Culture & Organization für das gesamte Spektrum der Personalarbeit verantwortlich. Außerdem unterstützt sie Ladenzeile bei der agilen Transformation:

Es erfüllt mich, Menschen dabei zu helfen, ihren eigenen beruflichen Weg zu gehen und Sinn in ihrer täglichen Arbeit zu finden. Das motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

– Saskia Weigand

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